Gut die Hälfte der Selbstständigen sieht Existenz ihres Unternehmens bedroht

 

(GFD 04/2020 ) Gut jeder Vierte hat Soforthilfe beantragt / Nur bei jedem Zweiten war die Beantragung einfach

 

Trotz staatlicher Sofort- und Liquiditätshilfen glaubt mehr als die Hälfte der Selbstständigen (55,7 Prozent) nicht daran, dass mit den Hilfen die existenzielle Bedrohung ihres Betriebs bereits abgewendet ist.

 

Dies geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey bei über 1.000 Selbstständigen hervor, deren Ergebnisse der Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins 'Capital' exklusiv vorliegen. Wie die Umfrage weiter zeigt, hat gut jeder Vierte staatliche Soforthilfe beantragt, etwa jeder Sechste schickte Mitarbeiter in Kurzarbeit. Elf Prozent bemühten sich um eine Stundung von Beiträgen oder Steuern, fünf Prozent beantragten Grundsicherung. Mehr als die Hälfte der befragten Selbstständigen nehmen derzeit keine dieser Möglichkeiten in Anspruch.

 

Von denjenigen, die mit staatlichen Zuschüssen Umsatzeinbußen überbrücken wollen, um Betriebskosten wie Mieten bezahlen zu können, berichtet knapp jeder Zweite, dass er mit der Beantragung und Bearbeitung der Anträge keinerlei nennenswerte Probleme hatte. Viele fanden sich jedoch in der Warteschleife wieder: Mehr als jeder Achte hatte Schwierigkeiten, die zuständigen Portale zu erreichen. Etwa 15 Prozent beklagten Unklarheit über den Status ihres Antrags. Auch für die Auszahlung mussten offenbar doch einige bürokratischen Hürden überwunden werden. Etwa jeder Fünfte berichtete über eine lange Wartezeit, bis das Geld auf dem Konto war.

Autor: www.capital.de

 

 

NRW-Firmen lassen Rechnungen länger liegen

 

(GFD 04/2020) Die Zahlungsmoral der nordrhein-westfälischen Unternehmen hat sich infolge der Corona-Krise bereits spürbar verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Wirtschaftsauskunftei Verband der Vereine Creditreform, die der Düsseldorfer Rheinischen Post exklusiv vorliegt.

 

Im Zeitraum Januar bis April 2020 stieg das Volumen unbezahlter, überfälliger Rechnungen in NRW demnach von 1,56 Milliarden auf 1,68 Milliarden Euro. Dabei floss in die Berechnung laut Creditreform der Shutdown, also das Herunterfahren der Wirtschaft aufgrund der Corona-Pandemie, bisher nur mit einer Woche ein. Wie sich weiterhin an den Zahlen ablesen lässt, zahlten die Unternehmen ihre Rechnungen auch immer später.

 

Die in den Zahlen erfasste Shutdown-Woche bewirkte demnach, dass die überfälligen Rechnungen im Durchschnitt einen halben Tag länger liegen blieben und damit insgesamt fast 41 Tage lang.

 

Dazu sagte Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW: "Viele Unternehmen befinden sich in einer zum Teil existenziell dramatischen Situation." Der Rettungsschirm der Landesregierung von 25 Milliarden Euro vor diesem Hintergrund sei ein ganz starkes Signal an die Unternehmen im Land.

 

Bei der Vergabe von Notfallkrediten durch die Banken hake es aber noch vielfach. "Ich begrüße daher sehr, dass die Bundesregierung entschieden hat, Kredite bis zu 800.000 Euro für Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten über Bürgschaften der KfW zu 100 Prozent abzusichern." In den nächsten Wochen werde es immer wieder darauf ankommen, die Instrumente passgenau zu schärfen.

Autor: www.rp-online.de

 

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