Ist der stationäre Handel noch zu retten? - Großangelegte Studie zeigt dringenden Handlungsbedarf

 

(GFD 07/2020) Servicemaßnahmen, Kundenbindungsprogramme, Kundenerlebnis, Mitarbeiterschulungen im Verkauf: "Beim Endkunden kommt kaum etwas an." Das ist das alarmierende Fazit der aktuellen Studie "Der stationäre Handel 2020". Die großangelegte Erhebung zeigt für so gut wie alle Unternehmen in diesem Bereich dringenden Handlungsbedarf auf. Viele werden sich unter dem steigenden Wettbewerbsdruck der kommenden Jahre nicht behaupten, weil sie ihr Potenzial nicht annähernd ausschöpfen. Zugleich macht die Studie aber auch Hoffnung: Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, kann sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln deutlich vom Wettbewerb und insbesondere von Online-Anbietern abheben.

 

577 Endkunden und 133 stationäre Händler aus dem Lebensmittelhandel, der Bekleidungsbranche und der Telekommunikation sowie weiteren Branchen nahmen an der Studie von Sickel und Team teil, die vom Deutschen Institut für Marketing unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Bernecker begleitet wurde.

 

Einzigartige Kundenerlebnisse, so ein Ergebnis der Befragung, sucht man im stationären Handel oft vergeblich. Auch kompetentes Verkaufspersonal fehlt vielerorts. Hinzu kommt, dass Kundenbindungsmaßnahmen austauschbar sind und daher nicht für Differenzierung sorgen. Dabei zeigt sich deutlich, dass Endkunden diese Maßnahmen als weniger effektiv einstufen als die Händler selbst. Die Studienergebnisse zeigen klar, dass die Alleinstellungsmerkmale des stationären Handels von Endkunden und Händler ebenfalls jeweils unterschiedlich wahrgenommen werden. Händler glauben, dass Service und Kundenorientierung ihre klaren Alleinstellungsmerkmale (USP) sind. Endkunden nehmen allerdings im Vergleich das Sortiment und das Preis-Leistungs-Verhältnis viel stärker wahr. Händler schaffen es demnach aktuell nicht, von Kunden so wahrgenommen zu werden, wie sie es möchten. Schlussendlich wissen viele Händler also gar nicht, warum Kunden bei ihnen kaufen.

 

Christian Sickel, einer der führenden deutschen Vertriebsexperten, Gründer und Geschäftsführer von Sickel und Team: "Die Studie zeigt eindeutig, welche Faktoren für die Missstände verantwortlich sind. So fehlen auf Händlerseite meistens messbare Ziele sowie eine klare Kommunikation. Sowohl Verkaufsführung als auch Verkaufsmitarbeiter haben hier dringenden Nachholbedarf."

 

Für die Händler sollte die Erkenntnis alarmierend sein, dass Führungskräfte häufig nicht ausreichend Zeit zur Steuerung der Verkaufsprozesse und des Verkaufspersonals haben. Aber auch die Motivation und das Potenzial aller Mitarbeiter werden nicht weiter ausgebaut, etwa mit gezielten Coachings und Feedback-Gesprächen.

 

"Wer Erfolge sicherstellen will, muss sein Team mit einem individuellen und durchgängigen Konzept unter der Schirmherrschaft der Geschäftsführung schulen", weiß Christian Sickel. "Andernfalls tritt man immer nur auf der Stelle und spielt dem Online-Handel weiter in die Hand." Autor: www.sickel-team.com

 

Bei nahezu jedem dritten Freiberufler steht es Spitz auf Knopf

 

(GFD 07/2020) Die Ergebnisse der BFB-Konjunkturumfrage Sommer 2020 zeigen: Die Lage der Freiberufler ist und bleibt äußerst angespannt. Der Anteil derjenigen, die ihre momentane Geschäftslage als schlecht bewerten, verdoppelt sich nahezu, und der Anteil derjenigen, die eine ungünstigere Entwicklung im kommenden halben Jahr erwarten, verfünffacht sich fast.

 

„Die Corona-Krise hinterlässt tiefe Spuren in den freiberuflichen Feldern, dem bislang am stärksten wachsenden Wirtschaftsbereich. Das belegt nach unserer Schnellumfrage auch die turnusmäßig durchgeführte Konjunkturumfrage. Gerade entlang von Vergleichswerten der Konjunkturumfrage aus dem Vorjahr zeigt sich die Tragweite der Krise: Die Lage der Freiberufler ist äußerst angespannt“, so BFB-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer zu den Ergebnissen der repräsentativen Umfrage, die das Institut für Freie Berufe (IFB) Nürnberg im Auftrag des BFB im zweiten Quartal 2020 unter rund 2.000 Freiberuflern zur Einschätzung ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage, der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten, ihrer Personalplanung und Kapazitätsauslastung durchführte.

 

BFB-Präsident Prof. Dr. Ewer weiter: „Der Anteil derjenigen, die ihre momentane Geschäftslage als schlecht bewerten, hat sich nahezu verdoppelt, von 16,9 Prozent im vergangenen Sommer auf nunmehr 30,8 Prozent. Im Gegensatz dazu bewerten nur noch 28,5 Prozent ihre Situation als gut, vor einem Jahr waren es mit 41,5 Prozent nahezu eineinhalb Mal so viele. Hier verfestigt sich das durch unsere Schnellumfrage zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in den Freien Berufen abzeichnende Schreckensszenario, wonach für fast jeden dritten Freiberufler (29,5 Prozent) der bereits entstandene wirtschaftliche Schaden existenzbedrohend ist.

 

Entspannung ist kurzfristig definitiv nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil. Die Freiberufler erwarten, dass sich die Situation weiter zuspitzt. Der Anteil derjenigen, die eine ungünstigere Entwicklung im kommenden halben Jahr erwarten, hat sich nahezu verfünffacht, von 11,4 Prozent im Sommer 2019 auf nunmehr 56,8 Prozent. Demgegenüber ist der Anteil derjenigen, die eine günstigere Entwicklung erwarten, um mehr als die Hälfte geschrumpft, von 21,4 Prozent im Sommer 2019 auf jetzt 8,6 Prozent.

 

Im Zuge der Krise ändern sich auch die Vorzeichen für die Personalplanung. Jeder Fünfte (20,8 Prozent) rechnet krisenbedingt damit, in zwei Jahren weniger Mitarbeiter zu haben als heute. Dieser Wert lag vor einem Jahr bei 13,8 Prozent und erklärte sich seinerzeit vor allem durch die Aussicht, den Fachkräftebedarf nicht decken zu können.

 

Um möglichst viele Unternehmen auch aus den Freien Berufen durch die Krise zu lotsen und auf den erhofften Wachstumspfad zu bringen, muss die Bundesregierung bei ihren Programmen nachsteuern, etwa bei der Überbrückungshilfe durch eine Verlängerung sowie einen Unternehmerlohn. Wesentlich bleibt, Liquidität in den Unternehmen zu belassen.

 

Grundsätzlich gilt es gleichermaßen, etablierte Unternehmen zu stärken und Gründer sowie Nachfolger zu fördern. Die Bundesregierung muss alles daransetzen, um die hiesige Gründerkultur bestmöglich zu beleben. Dazu hat die große Koalition schon vor Corona weitere Impulse identifiziert, wie etwa eine grundsätzliche Umsatzsteuerbefreiung in den ersten beiden Jahren nach Gründung. Solche Projekte dürfen nicht aus dem Fokus geraten, sondern müssen beherzt angegangen und auch um weitere ergänzt werden, wenn sich Bedarf abzeichnet. Für eine moderne Volkswirtschaft sind Gründungen unverzichtbar: Sie durchlüften den Standort, sorgen für Wirtschaftskraft, sind Treiber von Innovationen und ganz besonders des digitalen Wandels.“

 

Ergebnisse der BFB-Konjunkturumfrage Sommer 2020 im Einzelnen:

 

Aktuelle Geschäftslage

28,5 Prozent der befragten Freiberufler stufen ihre aktuelle Geschäftslage als gut ein, 40,7 Prozent als befriedigend und 30,8 Prozent als schlecht. Dies ist verglichen mit den Sommer-Werten 2019 eine deutliche Abwärtsentwicklung. Vor einem Jahr lagen die Werte bei 41,5 Prozent (gut), 41,6 Prozent (befriedigend) und 16,9 Prozent (schlecht).

 

Alle vier Freiberufler-Gruppen beurteilen ihre aktuelle Lage schlechter als im Vorsommer: Die befragten technisch-naturwissenschaftlichen Freiberufler und die rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Freiberufler sind zurückgenommener, die freien Heilberufe und die freien Kulturberufe noch verhaltener.

 

Sechs-Monats-Prognose

Für das kommende Halbjahr erwarten 8,6 Prozent der Befragten eine günstigere, 34,6 Prozent eine gleich bleibende und 56,8 Prozent eine ungünstigere Entwicklung. Hier verschieben sich die Werte im Vergleich zum letztjährigen Sommer deutlich: diese lagen bei 21,4 Prozent (günstiger), 67,2 Prozent (gleich bleibend) und 11,4 Prozent (ungünstiger).

 

Für alle vier Freiberufler-Gruppen steht das kommende Halbjahr unter ungünstigeren Vorzeichen. Die rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Freiberufler und die technisch-naturwissenschaftlichen Freiberufler sehen die zukünftigen Entwicklungen kritisch. Noch verhaltener sind die freien Heilberufe und die freien Kulturberufe.

 

Personalplanung

11,7 Prozent der befragten Freiberufler gehen davon aus, binnen zwei Jahren mehr Mitarbeiter zu haben. 67,5 Prozent rechnen mit einer stabilen Personaldecke und 20,8 Prozent fürchten, Stellen abbauen zu müssen.

 

Konjunkturbarometer

Durch die Jahresvergleiche der BFB-Konjunkturbefragungen wird das Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie ersichtlich. Das Geschäftsklima insgesamt wird deutlich schlechter eingeschätzt als in den Vorjahren. Der Geschäftsklimaindex in den Freien Berufen, also die Verknüpfung von Lageanalyse und Perspektive, ist negativ, allerdings nicht ganz so schlecht wie in der gewerblichen Wirtschaft.

 

Aktuelle Auslastung der Kapazitäten

Hier spiegeln die Werte eine sich verschlechternde Situation und merkliche Auftragsrückgänge. Im Rahmen der aktuellen Befragung geben 14,1 Prozent der Befragten an, dass ihre Kapazitäten überschritten sind. Noch im Sommer 2019 lag dieser Wert um rund zehn Prozentpunkte höher. Des Weiteren sind aktuell 34 Prozent zu mehr als 75 bis zu 100 Prozent ausgelastet, 16 Prozent zu mehr als 50 bis zu 75 Prozent, 15,4 Prozent zu mehr als einem Viertel bis zur Hälfte und 20,5 Prozent bis zu einem Viertel. Von denjenigen, die überausgelastet sind, sind bei gut zwei Drittel die Kapazitäten bis zu einem Viertel überschritten.

 

Perspektivische Auslastung

Auch an diesen Werten lässt sich eine deutliche Abwärtsentwicklung ablesen. Von denjenigen, die noch nicht überausgelastet sind, erwarten zwei Prozent, binnen der kommenden sechs Monate, und 5,3 Prozent, innerhalb der nächsten zwei Jahre über 100 Prozent ausgelastet zu sein. Diese Werte lagen im Sommer 2019 noch bei 6,1 und 7,6 Prozent.

 

Gründe für Überauslastung

Für 63 Prozent gründet die Überauslastung in einer zu hohen Nachfrage. 46 Prozent führen dies auf fehlende Fachkräfte und 11,8 Prozent auf fehlende weitere Mitarbeiter zurück.

 

Die freiberufliche Selbstständigkeit beeinflussende Faktoren

Hier rangieren mit 31,9 Prozent die politischen Rahmenbedingungen auf Platz eins, gefolgt von der Herausforderung, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden (28 Prozent). Die Einwirkung der Digitalisierung auf ihr Geschäftsfeld ist lediglich für 15,7 Prozent der Befragten am dringendsten.  Autor: www.freie-berufe.de

 

Unternehmer verlangen mehr Zeit für Mehrwertsteuerumstellung

 

(GFD 06/2020) Nur etwa die Hälfte der Unternehmer schafft es, die Mehrwertsteuersenkung bis Anfang Juli umzusetzen. Das hat eine Umfrage des Düsseldorfer ‘markt intern‘-Verlages ergeben. 64 Prozent der Antwortenden fordern eine Verschiebung der befristeten Senkung.

 

In einer von 'markt intern' zwischen dem 12. und 19. Juni 2020 durchgeführten nicht repräsentativen Online-Umfrage unter gewerblichen Unternehmern und Freiberuflern haben 51 Prozent der Befragten angegeben, die notwendige Umstellung bis zum 1. Juli 2020 umsetzen zu können. Das bedeutet aber auch: 19 Prozent geben an, diesen Termin nicht einhalten zu können, 30 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmer können dazu noch nichts sagen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Umfrage: 64 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, die Mehrwertsteuersenkung zu verschieben. Dabei befürworten 75 Prozent eine Verschiebung um zwei Monate, 11 Prozent der Befragten reicht ein Monat.

 

Ganz andere Erwartungen als die Bundesregierung haben die Umfrageteilnehmer, was die konjunkturelle Wirkung dieser Maßnahme betrifft. Lediglich 4 Prozent erwarten mehr Erträge für ihr Unternehmen, 68 Prozent befürchten aber geringere Umsätze nach dem Auslaufen der Befristung. 55 Prozent geben an, die Senkung komplett an ihre privaten Kunden weiterzugeben, 23 Prozent verneinen dies. 22 Prozent wollen dies zum Teil tun.

 

Vor diesem Hintergrund appelliert 'markt intern'-Herausgeber Olaf Weber an Bundestag und Bundesrat, bei der jeweiligen parlamentarischen Beratung diese Ergebnisse zu beachten: „Die Umfrage bestätigt leider sämtliche unserer Befürchtungen. Die viel zu kurzfristig vorgesehene Mehrwertsteuersenkung ist für viele mittelständische Unternehmen zeitlich kaum umzusetzen, weshalb sie verschoben werden sollte, am besten sogar um zwei Monate. Besonders schmerzt, dass die Unternehmer während der Absenkungsphase keine Mehrerträge erwarten und anschließend sogar mit sinkenden Umsätzen rechnen. Für eine Konjunkturbelebung der Mittelständler müssen sich die Unternehmen mal wieder selbst helfen.“ Die vollständigen Ergebnisse und die Zusammensetzung der Umfrageteilnehmer finden Sie unter www.markt-intern.de/mwst-ergebnisse. autor: www.markt-intern.de

 

Corona-Krise: 11 Prozent der Weltwirtschaft floriert, ganze 58 Prozent sind bedroht

 

(GFD 06/2020) Wirtschaftswissenschaftler sind sich einig: Die Covid-19-Pandemie hat die Wirtschaft weltweit stark geschädigt. Doch Prognosen darüber, wie es weitergeht, sind weit weniger einstimmig. Eine Analyse des Status Quo, wie sich Nachfrageverschiebungen aufgrund von Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren auf verschiedene Branchen ausgewirkt haben, bietet eine gute Grundlage für stabile Voraussagen. Die Ergebnisse der von der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners durchgeführten Studie:

 

Eine aktuelle Expertenanalyse von Simon-Kucher & Partners liefert neue Erkenntnisse darüber, wie stark die Covid-19-Pandemie Unternehmen rund um den Globus bedroht. Das Ergebnis: Unternehmen lassen sich in vier Kategorien einteilen: florierend (thriving), überfordert (overwhelmed), unausgelastet (overweight) und bedroht (threatened). Bei der Untersuchung von Nachfrageschwankungen in den unterschiedlichen Branchen, ausgelöst durch veränderte Kundenvorlieben und -verhalten, sowie von neuen Herausforderungen im Vertrieb durch Kontaktbeschränkungen und gesetzliche Auflagen, berechneten die Experten für jede Branche die Auswirkungen anhand eines Punktesystems*. Davon ausgehend erstellte Simon-Kucher eine Krisen-Matrix, auf der insgesamt 23 unterschiedliche Branchen einer der vier Kategorien zugeteilt werden konnten:

 

58 Prozent der Wirtschaft ist stark bedroht

 

Das Alarmierende: Laut dieser Analyse sind derzeit 58 Prozent der Weltwirtschaft bedroht – in einem Wert von insgesamt 50 Billionen US-Dollar. Das zeigt nicht nur, dass die Auswirkungen der Krise in einzelnen Branchen enorm sind. Sondern auch, dass es eben nicht nur wenige Bereiche, wie etwa Tourismus und Gastronomie, betrifft. Die Automobilbranche, die Fertigungsindustrie, der Handel, Maschinenbau, Logistik, das Baugewerbe und die Werbebranche – sie alle gehören zu den bedrohten Branchen. „Auch wenn viele Unternehmen die letzten Monate überstanden haben, ist es äußerst fraglich, wie lange sie noch durchhalten können“, sagt Jan Haemer, Partner von Simon-Kucher. „Firmen aus der Bedroht-Kategorie müssen daher ihr Geschäftsmodell grundsätzlich auf den Prüfstand stellen.“ Dazu sei es nötig, Marktangang und Vertriebsstrukturen zu reorganisieren, die Customer Journey anders aufzubauen sowie neue Bezahlmodelle zu nutzen und neue Wettbewerbsvorteile zu schaffen. „Gleichzeitig müssen sie Altes über Bord werfen, das in einer Welt mit Corona nicht mehr den Kundenbedürfnissen entspricht und Ihr Angebot darauf ausrichten, was für den Kunden in Zukunft wichtig ist“, so Haemer.

 

14 bzw. 17 Prozent sind unausgelastet und überfordert

 

Laut Analyse machen „unausgelastete“ Unternehmen, die zwar erhebliche Nachfrageinbrüche haben, jedoch nur geringfügig in ihrem Vertriebsmodell beeinträchtigt sind, 14 Prozent der Weltwirtschaft aus, was einem geschätzten Wert von zwölf Billionen US-Dollar entspricht. Hingegen sind 17 Prozent (ca. 14 Billionen US-Dollar) überfordert, erleben also einen solchen Nachfrageanstieg, dass sie möglicherweise nicht in der Lage sind zu liefern oder ihre Qualitäts- und Servicestandards aufrechtzuerhalten.

 

Florierende Branchen machen elf Prozent der globalen Wirtschaft aus

 

Positiver stimmt ein anderes Ergebnis der Studie: Elf Prozent der Wirtschaft mit einem ungefähren Wert von neun Billionen US-Dollar können sogenannten florierenden Branchen zugeordnet werden. Pharma-, Telekommunikations-, Software-, Internet- und Medienunternehmen profitieren derzeit von Nachfrageverschiebungen und die derzeitigen Social-Distancing-Maßnahmen verhindern hier weder den allgemeinen Konsum noch Marketingmaßnahmen in der Neukundenerschließung oder Produktentwicklung. „Jedes Unternehmen will derzeit in dieser Situation sein, die meisten sind aber nur durch Glück oder Zufall hierher geraten“, beurteilt Andreas Hudelmaier, Partner von Simon-Kucher, die Lage.

 

Commercial Agility: der Schlüssel zum Überleben der Krise

 

Fest steht, die erhobenen Zahlen sind nicht unveränderlich: Eine genaue Summe des durch die Corona-Pandemie verursachten gesamtwirtschaftlichen Schadens wird erst nach der Krise feststehen. Hinzu kommt: Niemand weiß, wie oft das wiederaufflackernde Covid-19-Virus die Wirtschaft – und damit die Unternehmen – durch wiederkehrende staatlich verordnete Beschränkungen dazu zwingen wird, noch einmal auf Neustart zu gehen. „Daher sprechen wir von einer wiederkehrenden Krise“, so Hudelmaier. Im Unterschied zu einer klassischen Wirtschaftskrise, die meist einen linearen Nachfrageeinbruch sowie eine ebensolche Erholung aufweist, belastet eine wiederkehrende Krise sowohl Nachfrage als auch Vertriebsmodelle. „Für diese Doppelbelastung hat so gut wie kein Unternehmen eine Strategie in der Tasche“, sagt Hudelmaier.

 

Wie sich die Unternehmen dabei schlagen sei, so Haemer, von ihrer Commercial Agility abhängig. „Das ist die Fähigkeit, schnell und flexibel immer und immer wieder belastbare Entscheidungen bezüglich Angebotsgestaltung, Vertrieb, Kostenmanagement und Preisgestaltung zu treffen. Und zwar bis der Markt sich wieder einigermaßen beruhigt hat“, erklärt Haemer. Autor: www.simon-kucher.com

 

Gut die Hälfte der Selbstständigen sieht Existenz ihres Unternehmens bedroht

 

(GFD 04/2020 ) Gut jeder Vierte hat Soforthilfe beantragt / Nur bei jedem Zweiten war die Beantragung einfach

 

Trotz staatlicher Sofort- und Liquiditätshilfen glaubt mehr als die Hälfte der Selbstständigen (55,7 Prozent) nicht daran, dass mit den Hilfen die existenzielle Bedrohung ihres Betriebs bereits abgewendet ist.

 

Dies geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey bei über 1.000 Selbstständigen hervor, deren Ergebnisse der Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins 'Capital' exklusiv vorliegen. Wie die Umfrage weiter zeigt, hat gut jeder Vierte staatliche Soforthilfe beantragt, etwa jeder Sechste schickte Mitarbeiter in Kurzarbeit. Elf Prozent bemühten sich um eine Stundung von Beiträgen oder Steuern, fünf Prozent beantragten Grundsicherung. Mehr als die Hälfte der befragten Selbstständigen nehmen derzeit keine dieser Möglichkeiten in Anspruch.

 

Von denjenigen, die mit staatlichen Zuschüssen Umsatzeinbußen überbrücken wollen, um Betriebskosten wie Mieten bezahlen zu können, berichtet knapp jeder Zweite, dass er mit der Beantragung und Bearbeitung der Anträge keinerlei nennenswerte Probleme hatte. Viele fanden sich jedoch in der Warteschleife wieder: Mehr als jeder Achte hatte Schwierigkeiten, die zuständigen Portale zu erreichen. Etwa 15 Prozent beklagten Unklarheit über den Status ihres Antrags. Auch für die Auszahlung mussten offenbar doch einige bürokratischen Hürden überwunden werden. Etwa jeder Fünfte berichtete über eine lange Wartezeit, bis das Geld auf dem Konto war.

Autor: www.capital.de

 

 

NRW-Firmen lassen Rechnungen länger liegen

 

(GFD 04/2020) Die Zahlungsmoral der nordrhein-westfälischen Unternehmen hat sich infolge der Corona-Krise bereits spürbar verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Wirtschaftsauskunftei Verband der Vereine Creditreform, die der Düsseldorfer Rheinischen Post exklusiv vorliegt.

 

Im Zeitraum Januar bis April 2020 stieg das Volumen unbezahlter, überfälliger Rechnungen in NRW demnach von 1,56 Milliarden auf 1,68 Milliarden Euro. Dabei floss in die Berechnung laut Creditreform der Shutdown, also das Herunterfahren der Wirtschaft aufgrund der Corona-Pandemie, bisher nur mit einer Woche ein. Wie sich weiterhin an den Zahlen ablesen lässt, zahlten die Unternehmen ihre Rechnungen auch immer später.

 

Die in den Zahlen erfasste Shutdown-Woche bewirkte demnach, dass die überfälligen Rechnungen im Durchschnitt einen halben Tag länger liegen blieben und damit insgesamt fast 41 Tage lang.

 

Dazu sagte Arndt G. Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW: "Viele Unternehmen befinden sich in einer zum Teil existenziell dramatischen Situation." Der Rettungsschirm der Landesregierung von 25 Milliarden Euro vor diesem Hintergrund sei ein ganz starkes Signal an die Unternehmen im Land.

 

Bei der Vergabe von Notfallkrediten durch die Banken hake es aber noch vielfach. "Ich begrüße daher sehr, dass die Bundesregierung entschieden hat, Kredite bis zu 800.000 Euro für Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten über Bürgschaften der KfW zu 100 Prozent abzusichern." In den nächsten Wochen werde es immer wieder darauf ankommen, die Instrumente passgenau zu schärfen.

Autor: www.rp-online.de

 

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