E-Rechnung statt Papierberge: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

 

(GFD 07/2020) Die öffentliche Verwaltung treibt den Abschied vom Papier voran: Ab dem 27. November 2020 wird die elektronische Rechnungsstellung und -übermittlung für alle Unternehmer, die im Auftrag des Bundes tätig werden, Pflicht. Länder und Kommunen müssen bereits seit April elektronische Rechnungen annehmen. Für viele Unternehmen ist diese Umstellung eine Herausforderung, immerhin erstellt derzeit noch ein Drittel Rechnungen überwiegend oder sogar ausschließlich in Papierform (33 Prozent). Der Digitalverband Bitkom hat jetzt eine neue Version des Faktenpapiers „10 Merksätze für elektronische Rechnungen“ veröffentlicht, das kleinen, mittleren und großen Betrieben bei der Umstellung auf die E-Rechnung hilft. Denn diese muss in einem bestimmten strukturierten Format erstellt werden und eine automatische Verarbeitung ermöglichen – es handelt sich also nicht um eine elektronisch versendete Rechnung, die etwa als PDF an eine Mail angehängt wird.

 

„Die E-Rechnung hilft, Papierberge in deutschen Unternehmen und in der Verwaltung abzubauen. Und sie macht die Unternehmen wettbewerbsfähig und zukunftsfest. Eine Rechnung auf Papier oder als PDF ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom. „Die Vorteile der E-Rechnung liegen auf der Hand: Die Rechnungsstellung und -verarbeitung werden einfacher und schneller, die Unternehmen sparen Portokosten und Personalressourcen und schonen vor allem die Umwelt, weil weniger Papier verbraucht wird und Transportwege wegfallen.“ Die Einführung der E-Rechnung geht auf eine EU-Richtlinie zurück, die den grenzüberschreitenden Handel des europäischen Binnenmarktes stärken soll. Es ist zu erwarten, dass von der Regelung eine erhebliche Impulswirkung für die gesamte Wirtschaft ausgeht und künftig auch Unternehmen untereinander verstärkt auf die elektronische Rechnung setzen. Britze: „In Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Jahren schon viel getan: Nutzten 2018 noch 19 Prozent der Unternehmen die E-Rechnung, sind es in diesem Jahr bereits 30 Prozent. Es ist wichtig, dass sich jetzt auch alle anderen Unternehmen mit diesem Thema auseinandersetzen.“ Autor: www.bitkom.org

 

Zahlungsmoral von Unternehmen bricht ein

 

Rechnungen werden immer später beglichen

 

(GFD 06/2020) Die Zahlungsmoral von Unternehmen ist angesichts der Corona-Pandemie stark gesunken. Dies zeigen Daten des Informationsdienstleisters CRIFBÜRGEL, der für die Analyse das Zahlungsverhalten von circa 450.000 Unternehmen analysiert hat.

 

Der durchschnittliche Zahlungsverzug steigt auf 34,4 Tage

 

Überfällige Rechnungen werden derzeit in Deutschland mit einem Verzug von rund 34,4 Tagen bezahlt (Stand 02.06.2020). Im Januar 2020 lag der durchschnittliche Zahlungsverzug noch bei 26,4 Tagen.

 

"Ab Mitte April hat sich das Zahlungsverhalten der Unternehmen dramatisch verschlechtert. Wir beobachten derzeit vermehrt ein liquiditätsschonendes Verhalten seitens der Firmen", kommentiert CRIFBÜRGEL Geschäftsführer Dr. Frank Schlein die aktuellen Zahlen.

 

Deutschlands Unternehmen gewähren ihren Gläubigern im Durchschnitt ein Zahlungsziel von 26 Tagen. Bei Nicht- oder Spätzahlern werden Rechnungen derzeit erst nach durchschnittlich 60 Tagen bezahlt. "Für die Unternehmen bedeutet das Verhalten, dass sie mehr als doppelt so lange auf ihr Geld warten müssen, als ursprünglich einkalkuliert. Damit werden sie unfreiwillig zum Kreditgeber ihrer Kunden", so Schlein.

 

Dieses Verhalten gehe oft zu Lasten der mittelständischen und kleingewerblichen Betriebe, denn Liquiditätsmangel, z.B. ausgelöst durch verspätet oder nicht bezahlte Rechnungen, gilt als eine der häufigsten Insolvenzursachen. Zudem bedeutet eine durch den Kunden oder Auftraggeber nicht oder zu spät gezahlte Rechnung höheren Verwaltungsaufwand und zusätzliche Kosten. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein Teufelskreis, da Unternehmen durch verspätet gezahlte Rechnungen länger als geplant auf eigene Investments verzichten müssen oder Bestellungen nicht bedienen können. Kleine Unternehmen können bei zögerlichem Zahlungsverhalten ihrer Kunden dadurch selbst in die wirtschaftliche Schieflage geraten. Bereits jetzt steht fest, dass angesichts der Corona-Krise nach 10 Jahren Rückgang bei den Firmeninsolvenzen 2020 wieder deutlich mehr Firmen in Deutschland in die Pleite rutschen werden. Unter der Voraussetzung, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft genauso stark sind, wie in der Finanzkrise 2008, rechnet CRIFBÜRGEL in diesem Jahr mit über 29.000 Firmeninsolvenzen

 

Unternehmen in Rheinland-Pfalz mit dem stärksten Zahlungsverzug

 

Beim durchschnittlichen Zahlungsverzug zeigen sich zudem regionale Unterschiede. Am stärksten überziehen Unternehmen in Rheinland-Pfalz die Zahlungsziele - im Schnitt um 56 Tage. Auch in Bremen (durchschnittliche Verspätung 45 Tage) und in Hamburg (43 Tage) zahlen Unternehmen die Rechnungen mit einem starken Verzug. Am besten stellt sich die Situation im Saarland dar. Saarländische Unternehmen zahlen im Durchschnitt mit 25 Tagen Verspätung.

 

Bei den Kultur- Unterhaltungs- und Freizeitbranchen zeigt sich derzeit die schlechteste Zahlungsmoral. Wenn Rechnungen beglichen werden, werden diese derzeit mit 62 Tagen Verspätung bezahlt (Januar 2020: 32 Tage). Aber auch die Zahlungsmoral im Gastgewerbe ist stark eingebrochen. Wurden im Januar Rechnungen im Durchschnitt mit 33 Tagen Verspätung bezahlt, sind es aktuell 59 Tage. Besser sieht es bei den Energieversorgern aus. Während Rechnungen im Januar mit mit 27 Tagen Verspätung gezahlt wurden, sind es aktuell 29 Tage.

 

11,5 Prozent der Unternehmen zahlen Rechnungen nicht oder nur mit Verspätung

 

Unabhängig vom durchschnittlichen Zahlungsverzug zeigt die Analyse von CRIFBÜRGEL, dass in Deutschland derzeit mehr als jedes zehnte Unternehmen (11,5 Prozent) die Rechnungen nicht oder nur mit Verspätung bezahlt. In Berlin ist die Quote der Nicht- und Spätzahler mit 18,9 Prozent am höchsten. Auch in Bremen ist die Quote mit 18,2 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt. Am besten ist die Zahlungsmoral derzeit in Thüringen - hier zahlen nur 8,2 Prozent der Unternehmen die Rechnungen nicht oder verspätet.

 

Aus der Analyse der Branchen wird deutlich, dass Unternehmen aus der Logistik aktuell vermehrt von Zahlungsproblemen betroffen sind. Derzeit zahlen 29,3 Prozent der Unternehmen die Rechnungen nicht oder nur verspätet. Aber auch im Gastgewerbe (24,9 Prozent Nicht bzw. Spätzahlerquote) ist die Zahlungsmoral eingebrochen. Autor: www.buergel.de

 

Aktienrecht: Bundesregierung ermöglicht virtuelle Hauptversammlungen

 

(GFD 04/2020) Angesichts der Corona-Krise will es die Bundesregierung börsennotierten Unternehmen erleichtern, ihre Hauptversammlungen mitsamt Beschlüssen virtuell abzuhalten. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin 'Capital' (capital.de) unter Berufung auf einen Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett  zusammen mit anderen Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie beschließen will. So sollen etwa die Vorstände von Aktiengesellschaften auch ohne entsprechende Regelung in ihren Satzungen beschließen können, die Aktionärsversammlung rein virtuell abzuhalten. Darüber hinaus wird die Ladungsfrist für präsenzlose Hauptversammlungen von bislang 30 auf 21 Tage verkürzt. Der Entwurf für das Artikelgesetz liegt 'Capital' vor.

 

Die Corona-Krise und die bundesweiten Verbote, größere Versammlungen abzuhalten, fallen mitten in die Hauptversammlungssaison der Dax-Konzerne. Einige Konzerne wie Continental und Daimler und haben ihre Aktionärstreffen bereits auf unbestimmte Zeit verschoben. Dadurch wird die Handlungsfreiheit der Vorstände stark eingeschränkt. So können etwa weitreichende Entscheidungen wie die Abspaltung von Konzernteilen, die der Zustimmung der Anteilseigner bedürfen, nicht getroffen werden. Zudem erfordert auch die Festsetzung von Dividenden einen Beschluss der Hauptversammlung.

 

Mit den Änderungen beim Aktienrecht, das bisher eine strikte Präsenzpflicht auf Hauptversammlungen vorsieht, will die Bundesregierung die Voraussetzungen dafür schaffen, dass börsennotierte Gesellschaften trotz des aktuellen Lockdowns bei unternehmensstrategischen Fragen handlungsfähig bleiben. Insbesondere wird die Möglichkeit geschaffen, dass Abstimmungen ohne Präsenz der Aktionäre durchgeführt werden können. Laut Gesetzentwurf soll die Stimmrechtsausübung "über elektronische Kommunikation (Briefwahl oder elektronische Teilnahme) sowie Vollmachtserteilung" möglich sein. Auch Fragen der Aktionäre an Vorstand und Aufsichtsrat sollen über digitale Kanäle möglich sein. Die geplanten Änderungen gelten für Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Europäische Gesellschaften (SE). Auch für Genossenschaften und Vereine sind Erleichterungen geplant.

Autor: www.capital.de

 

Führung in der Corona-Krise: was Unternehmenslenker jetzt wissen müssen

 

(GFD 04/2020) Was müssen Unternehmenslenker in der Corona-Krise tun? Wie die Betriebsabläufe jetzt organisieren, um wirtschaftlich zu überleben?

 

Diese Fragen beantworten international renommierte Professoren der IESE Business School kostenfrei per Livestream. "Unsere Professoren helfen Unternehmern, die Corona-Krise zu meistern", so Dr. Michael Winkler, Managing Director der IESE Business School München. IESE ist laut Financial-Times-Ranking seit Jahren weltweit die Nummer eins im Bereich Executive Education.

 

Die Vorträge sind über den LinkedIn-Kanal der IESE Business School öffentlich zugänglich und beschäftigen sich mit praktischen Aspekten der Krise wie Personal- und Betriebsmanagement. Auch die finanziellen, wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen des globalen Corona-Ausbruchs werden erläutert.

 

Die Teilnehmer der LinkedIn-Reihe können während der Live-Sitzungen Kommentare abgeben und Fragen stellen.

 

Zu finden sind die Vortragstermine unter https://www.linkedin.com/school/iese-business-school/ , samt Aufzeichnungen für alle, die die Live-Sitzungen nicht verfolgen können. Ratschläge für Finanzvorstände zu den finanziellen Auswirkungen von COVID-19 gibt Javier Santomá, Professor für Financial Management.

 

Wie man virtuelle Teams managt, darüber klärt Prof. Sebastian Reiche auf. Sein Forschungsgebiet: "Managing People in Organizations". Prof. Weiming Zhu gibt Auskunft zu Herausforderungen für Supply Chain and Operations. Viele weitere Vorträge werden folgen.

Autor: www.iese.edu

 

Cash-Transparenz ist wichtiger denn je - die Corona-Krise zwingt Unternehmen, ihre Krisenplanung neu zu denken

 

(GFD 04/2020) Die aktuelle Coronavirus-Situation hat bereits erhebliche Auswirkungen auf eine Reihe von führenden Unternehmen in Deutschland. Bislang scheinen die besonders betroffenen Vermögenswerte in den Bereichen Reisen und Freizeit, Veranstaltungen, Vertrieb und Logistik, dem Einzelhandel, in der Konsumgüterindustrie sowie in der verarbeitenden Industrie zu liegen. Es wird allerdings jetzt schon deutlich, dass sich die Auswirkungen der Krise nicht auf die genannten Bereiche beschränken werden. Europaweit werden Unternehmensleitungen und Finanzabteilungen stark unter Druck geraten.

 

Dazu kommentiert Bob Rajan, Managing Director, Co-Leader bei Alvarez & Marsal Deutschland, ausgewiesener Experte für Interimskrisenmanagement und erfahrener Interims-CFO:

 

"Krisen legen Schwachstellen schneller und deutlicher frei. Cash-Transparenz ist ein integraler Bestandteil, um in diesen Ausnahmesituationen als Unternehmen zu überleben. Leider sind viele Manager mit dem täglichen Krisenmanagement beschäftigt und haben ihre Liquidität völlig aus den Augen verloren. Cash-Transparenz ist aber der Schlüssel zum Überleben in Zeiten von Krisen."

 

Bei dieser Art von extremer Marktverwerfung stellen die Berater von A&M immer wieder fest, dass Unternehmen zu sehr mit der direkten Brandbekämpfung beschäftigt sind, anstatt sich Zeit für eine wöchentliche Cashflow-Prognose oder eine Analyse des Betriebskapitals zu nehmen.

 

Wichtig sind derzeit kurzfristige Maßnahmen, um die Liquidität in den folgenden Bereichen zu sichern:

 

1. Transparenz im kurzfristigen Cash- und Liquiditätsmanagement, einschließlich der Entwicklung oder Validierung eines 13-Wochen-Cashflow-Management-Tools und der Notfallplanung

 

2. Sicherung des Nettoumlaufvermögens und Verwaltung der Kreditversicherungen

 

3. Umsichtiges Ausgabenmanagement und kurzfristige Rentabilitätsverbesserung in Bereichen wie:

 

a. Werbung und Verkaufsförderung, um die Ausgaben in diesen Bereichen an die sich ändernden Marktbedingungen anzupassen

b. Neuausrichtung der Ausgaben für Marketing, Spesen und Technologie

c. Priorisierung und Aufschub von Investitionen in Großprojekte

d. Analyse der Unterbrechungen der Lieferkette, Bestandsverwaltung und Lieferantenrabatte

e. Optimierung der laufenden Bürokosten wie Mietverträge, Auslastung

f. Reduzierung oder Eliminierung aller Ermessensausgaben (Discretionary Spending)

 

Autor: http://AlvarezandMarsal.com

 

Checkliste: Was Firmen in Zeiten von Corona jetzt tun müssen

 

(GFD 04/2020) Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) und seine Experten aus dem BDU-Fachverband Sanierungs- und Insolvenzberatung haben eine Notfall-Checkliste für Firmen und Organisationen in der Corona-Krise erarbeitet.

 

Wichtig sei es, in den kommenden Wochen und Monaten planvoll zu handeln. Ein Grobkonzept könne dabei helfen, mögliche Entwicklungsverläufe - gegebenenfalls in Szenarien - abzubilden. Dabei sollten sowohl kurzfristige Sicherungsmaßnahmen als auch die mittelfristige Entwicklung beachtet werden. Im Kern geht es für Unternehmen und deren Geschäftsführer und Führungskräfte darum, besonders sechs Handlungsebenen in den Fokus zu rücken:

 

1.Liquidität: Prüfen Sie ihre finanzielle Situation vollständig und ehrlich. Streichen Sie alle nicht notwendigen Ausgaben und Investitionen. Verhandeln Sie mit Lieferanten über längere Zahlungsziele.

 

2.Kundenmanagement: Gehen Sie aktiv auf Ihre Kunden zu und suchen Sie gemeinsam mit ihnen nach bestmöglichen Lösungen in der Krisensituation. Dazu kann zum Beispiel gehören, Auftragsgrößen, Liefertermine und Konditionen nach zu verhandeln.

 

3.Lieferketten: Prüfen Sie Ihre Lieferketten und suchen Sie jetzt gezielt - beispielsweise Europa statt Asien - nach Alternativen. Schulen Sie Ihr Einkaufspersonal.

 

4.Kapazitäten: Analysieren Sie kritisch, ob und in welchem Umfang Sie Kapazitäten herunterfahren können. Überlegenswert: Schichten reduzieren oder 2-3-Tagewoche vorübergehend einführen.

 

5.Mitarbeiter: Passen Sie Ihre Personalplanungen an und finden Sie situationsgerechte Lösungen für den Mitarbeiter-Einsatz. Die Bandbreite ist groß und reicht von Homeoffice-Regelungen über die Nutzung von Arbeitszeitkonten bis zur Kurzarbeit.

 

6.Kredite: Organisieren Sie notwendigen Kredite, um den Unternehmensfortbestand zu sichern. Die Liquiditätshilfen des Bundes sollten schnell in Anspruch genommen werden. Und: Mit der Hausbank aktiv das Gespräch suchen und Factoring-Lösungen andenken.

Autor: www.bdu.de

 

Unternehmen mit starker Mitbestimmung sind rentabler und verfolgen häufiger eine Qualitäts- und Innovationsstrategie

 

(GFD 04/2020) Unternehmen, bei denen die Mitbestimmung durch Arbeitnehmer stärker verankert ist, verfolgen häufiger eine meist innovations- und forschungsorientierte Differenzierungsstrategie als Firmen mit schwacher oder ohne Mitbestimmung. Solche potenziell zukunftsträchtigeren Geschäftsmodelle sind zudem heute unter börsennotierten Unternehmen in Deutschland weiter verbreitet als noch vor gut einem Jahrzehnt, während der Anteil der Unternehmen, die lediglich auf möglichst niedrige Kosten setzen, zurückgegangen ist. Auch Firmen ohne dezidierte Strategie sind deutlich seltener als in den späten 2000er Jahren.

 

Über alle strategischen Ausrichtungen hinweg schneiden Unternehmen mit mehr Mitbestimmung bei wichtigen wirtschaftlichen Kennziffern meist überdurchschnittlich ab: Ihre Gesamtkapitalrentabilität ist im Durchschnitt um rund 65 Prozent höher als bei Unternehmen mit schwacher oder ganz ohne Mitbestimmung. Der operative Gewinn (Ebit-Marge) liegt bei stärker mitbestimmten Unternehmen im Mittel um knapp 11 Prozent höher, der Cashflow pro Aktie ist sogar mehr als dreimal so hoch wie in Firmen mit wenig Mitbestimmung. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie von Forschern der Universität Duisburg-Essen um Univ.-Prof. Dr. Marc Eulerich, des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) um Sigurt Vitols, Ph.D. und des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung mit Dr. Sebastian Campagna.

 

 „Mitbestimmung ist nicht nur ein Garant für Standort- und Beschäftigungssicherheit, sondern darüber hinaus auch ein Faktor für wirtschaftliche Stabilität und Prosperität“, schreiben die Forscher. Zusammenhänge, die gerade bei der Bewältigung der aktuellen Corona-Krise eine entscheidende Rolle spielen dürften. Wie eine bereits 2019 veröffentlichte Untersuchung zeigt, haben mitbestimmte Unternehmen schon die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 besser überstanden als Firmen ohne Mitbestimmung.

 

Das Team aus Ökonomen und Soziologen hat für die neue Untersuchung Daten von 172 Unternehmen ausgewertet, die zwischen 2006 und 2017 durchgehend im deutschen Börsenindex Composite DAX (CDAX) gelistet waren und deren Unternehmensstrategie sich für den gesamten Zeitraum identifizieren ließ, so dass insgesamt 2064 „Unternehmensjahre“ bis einschließlich 2017 in die Analyse einflossen.

 

Bei der Abgrenzung der Strategie orientierten sich die Wissenschaftler am Mainstream der betriebswirtschaftlichen Managementlehre: Danach können Unternehmen ganz grundsätzlich auf zwei Wegen versuchen, sich am Markt zu etablieren: Erstens über möglichst geringe Kosten ihrer Produkte (so genannte „Kostenführerschaft“). Zweitens über besondere Produktmerkmale oder Dienstleistungen, die ihren Kunden einen besonderen Nutzen verschaffen, etwa hohe Qualität oder besonders guter Service. Solch eine „Differenzierungsstrategie“ geht meist mit höheren Investitionen in Forschung und Entwicklung einher. Ist sie erfolgreich, können die Unternehmen höhere Preise für ihre Produkte erzielen.

 

Möglich sind auch Mischformen der beiden Strategien. Ob die Verankerung der Mitbestimmung in den untersuchten Unternehmen über- oder unterdurchschnittlich stark ist, bestimmten die Forscher über den am WZB entwickelten Mitbestimmungsindex (MB-ix). Er verzeichnet unter anderem für jedes Unternehmen, wie viele Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen sitzen, wie stark die formellen Einflussmöglichkeiten des Kontrollorgans sind oder ob es einen europäischen Betriebsrat gibt. Als stark mitbestimmt werden in der Untersuchung Unternehmen bezeichnet, wenn sie im Vergleich zur Gesamtgruppe eine überdurchschnittlich stark verankerte Mitbestimmung haben und als schwach mitbestimmt, wenn sie unterdurchschnittlich ist.

 

Häufiger Qualitäts- statt Kostenstrategie

 

Die Analyse der Forscher zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen Stärke der Mitbestimmung und Unternehmensstrategie. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen auf Kostenführerschaft setzt, liegt in Unternehmen ohne Mitbestimmung bei 27 Prozent, während es bei starker Mitsprache der Arbeitnehmer nur 10 Prozent sind. Dagegen wählen stark mitbestimmte Unternehmen doppelt so häufig eine dezidierte Differenzierungsstrategie (25 Prozent gegenüber 12 Prozent). Zudem verfolgen sie etwas häufiger eine Mischstrategie. Dass keine dominante Strategie vorliegt, kommt bei Unternehmen ohne Mitbestimmung etwas häufiger vor.

 

„Es liegt auf der Hand, dass Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter Diversifizierungsstrategien favorisieren und diese durch ihre Einflussmöglichkeiten über die Mitbestimmung unterstützen“, schreiben die Wissenschaftler. „Denn im Gegensatz zur Kostenführerstrategie wird bei den Differenzierern auf hohe Technologieintensität gesetzt, auf Innovationen, was aber nur mit gut ausgebildeten und damit in der Regel höher entlohnten Beschäftigten erreicht werden kann.“ Insbesondere in Zeiten von Digitalisierung und demografischem Wandel verspreche diese Orientierung tendenziell mehr Zukunftschancen, betonen Management-Professor Eulerich und seine Forscherkollegen.

 

Darauf weise auch die zahlenmäßige Entwicklung der Strategietypen im untersuchten Zeitraum hin: Zwischen 2006 und 2017 nahm die Zahl der „Differenzierer“ zu: von 16 auf 26 Prozent aller Unternehmen im Sample. Größer wurde auch der Anteil der Firmen mit Mischstrategie (Zunahme von knapp 24 auf 33 Prozent). Dagegen waren 2017 deutlich weniger Unternehmen auf reine Kostenführerschaft aus als 11 Jahre zuvor (Rückgang von knapp 24 auf 15 Prozent) oder verfolgten keine dominante Strategie (36 auf knapp 26 Prozent).

 

Stark mitbestimmte Unternehmen zeigen bessere wirtschaftliche Performance

 

Anhand von drei wichtigen betriebswirtschaftlichen Größen messen die Forscher den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg: der Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets, ROA), der EBIT-Marge und dem Cashflow pro Aktie. Unternehmen mit mehr Mitbestimmung schneiden fast immer besser ab.

 

Im Durchschnitt aller 172 untersuchten Unternehmen beträgt der ROA in Unternehmen mit starker Mitbestimmung 4,58 Prozent, während es bei schwach mitbestimmten 2,76 Prozent sind. Die Differenz zwischen beiden Gruppen beträgt also rund 65 Prozent. Noch größer ist der Vorsprung beim Cashflow: Bei starker Mitbestimmung liegt er im Durchschnitt bei 4,95 Euro pro Aktie – das ist gut dreimal so hoch wie in Unternehmen mit schwacher Mitbestimmung (1,39 Euro). Als EBIT-Marge ermitteln die Forscher im Durchschnitt der stark mitbestimmten Firmen 7,77 Prozent. Bei geringer Mitbestimmung sind es 7,01 Prozent (Unterschied: 11 Prozent).

 

Differenziert man zusätzlich nach Strategietypen, sind die Abstände bei Unternehmen mit Differenzierungsstrategie am größten: Hier schneiden die stärker mitbestimmten Unternehmen in allen drei betriebswirtschaftlichen Größen statistisch signifikant besser ab, der Vorsprung beim ROA beträgt sogar fast neun Prozentpunkte.

 

Bei Firmen mit Kostenführer-Strategie und in der Gruppe ohne dominante Strategie ist der Cashflow pro Aktie mit starker Mitbestimmung signifikant höher, bei den beiden anderen Größen ergibt sich kein statistisch signifikanter Unterschied. Auch bei Unternehmen, die eine Mischstrategie verfolgen, fällt der Cashflow deutlich stärker aus (5,55 Euro pro Aktie gegenüber 2,04 Euro bei schwacher Mitbestimmung). Bei der EBIT-Marge ergibt sich kein signifikanter Unterschied. Einzig beim ROA der „Mischstrategen” zeigt sich ein Ausreißer aus dem allgemeinen Trend der Ergebnisse: Während er bei den stark mitbestimmten Unternehmen 5,24 Prozent beträgt, sind es bei schwach mitbestimmten 7,19 Prozent.

 

Die Mitbestimmung der Beschäftigten kann „eine wesentliche Bedingung für gute Corporate Governance“ sein, schlussfolgern die Wissenschaftler aus ihren Ergebnissen. „Das Ringen um adäquate Unternehmensstrategien ist mit Mitbestimmung wirtschaftlich erfolgversprechend. Daher gehören Diskussionen über strategische Themen, die Antworten auf die großen Herausforderungen der heutigen Zeit geben sollen, in den mitbestimmten Aufsichtsrat.”

 

Die Ergebnisse der neuen Studie bestätigen und ergänzen Befunde anderer aktueller Untersuchungen: Eine Studie des Jacques Delors Centre der Hertie-School of Governance hat kürzlich ergeben, dass im Aufsichtsrat paritätisch mitbestimmte Unternehmen deutlich stärker investieren. Und in der Wirtschaftskrise 2008/2009 sowie in den Jahren danach schnitten mitbestimmte Unternehmen wirtschaftlich signifikant besser ab, wie Ökonomen der Universitäten Göttingen und Marburg im vergangenen Jahr herausgearbeitet haben.

Autor: Hans-Böckler-Stiftung, www.boeckler.de

 

Die Krise finanziell und emotional meistern

 

(GFD 04/2020) Die Corona-Krise bringt viele Unternehmen nicht nur in eine finanzielle Schieflage. Der Steuerberater Karsten Freyer, Inhaber der Steuerberatung Karsten Freyer, Freinsheim (Pfalz), hat 10 Tipps für Unternehmer veröffentlicht, wie sie ihre Liquidität und Zuversicht bewahren.

 

Die aktuelle Krise bringt viele Unternehmen in eine finanzielle Schieflage, die nicht selten ihre Existenz gefährdet. Deshalb hat der Steuerberater Karsten Freyer, Freinsheim (Pfalz) nicht nur auf seiner Webseite 10 Tipps für Unternehmer und Selbstständige veröffentlich, wie sie eine solche Entwicklung vermeiden.

 

Der Steuerberater weist zunächst darauf hin, dass in der momentanen Krise nicht nur fast alle Unternehmer sehr flexibel auf die jeweils aktuelle Situation reagieren müssen – auch die Politik. Deshalb ändern sich fast täglich die in Steuer- und Finanzangelegenheiten geltenden Rahmenbedingungen.

 

Ungeachtet dessen kann man laut Freyer Unternehmern und Selbstständigen wie Freiberuflern zahlreiche Tipps geben, was sie tun sollten, um die Krise nicht nur finanziell zu meistern. Sein erster Rat lautet: „Bewahren Sie einen kühlen Kopf. Erstellen Sie nach der ersten Panikreaktion einen Finanzplan für die nächsten sechs Monate, der Ihren Kapitalbedarf in diesem Zeitraum erfasst. Stellen Sie dem Bedarf Ihre sicheren Einnahmen gegenüber. Doch Vorsicht! Planen Sie ‚konservativ‘. Berücksichtigen Sie mögliche Zahlungsausfälle, denn Ihr vorrangiges Ziel muss kurz- und mittelfristig sein: die Liquidität Ihres Unternehmens sichern.“ Der Steuerberater rät den Unternehmern zudem, ihre Fixkosten gezielt zu senken, um ihre Liquidität zu sichern und ihren finanziellen Handlungsspielraum zu erweitern, denn: „In globalen Krisen wie der aktuellen müssen Sie mit Unverhofftem rechnen.“

 

Eine Möglichkeit hierzu ist das Aussetzen aller Dauerschuldverhältnisse wie Leasingverträge, Kredittilgungen, Mietzahlungen usw.. Zudem sollten Betroffene ihre Steuervorauszahlungen an das Finanzamt auf null setzen und ihre Steuerschulden, wie zum Beispiel ihre Umsatzsteuerschulden, aussetzen lassen. Besonders wichtig ist Freyer der Rat an Unternehmer, dass sie wenn trotz dieser Maßnahmen ein Liquiditätsengpass droht, möglichst früh das Gespräch mit ihren Kapitalgebern wie Banken suchen. Diesen sollten sie ohne Scheu offen ihre Situation schildern, denn: „Wenn ein Unternehmen jetzt in eine finanzielle Schieflage gerät, liegt dies meist nicht an Managementfehlern.“ Solche Gespräche sollten Unternehmer „als vertrauensbildende Maßnahme“ auch mit ihren strategisch wichtigen Lieferanten führen – zum Beispiel mit dem Ziel, ein Verlängern der Zahlungsfrist zu erreichen. Abschließend empfiehlt Freyer nicht nur seinen Mandanten: „Bewahren Sie sich trotz Krise Ihre Zuversicht. Auch dies zeichnet einen guten Unternehmer aus.“

Autor: www.steuerberatung-freyer.de

 

CFO Survey Frühjahr 2020: Finanzvorstände erwarten keine schnelle konjunkturelle Erholung

 

(GFD 04/2020) Vor dem Hintergrund der weltweiten Corona-Krise beleuchtet Deloitte in seinem neuen CFO Survey u.a. die Auswirkungen der Pandemie auf die deutsche Wirtschaft: Innerhalb kürzester Zeit haben sich die wirtschaftliche Lage wie auch die Geschäftsaussichten angesichts der krisenbedingten Einschränkungen in Deutschland und der Welt fundamental geändert. Die Aussichten sind entsprechend düster.

 

"Dass eine Rezession unvermeidlich ist, daran besteht kein Zweifel", konstatiert Dr. Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte. "Entscheidend wird sein, wie lange und wie tief diese Rezession gehen wird. Angesichts des heftigen Absturzes bei den Geschäftsaussichten zeigen sich aber bereits jetzt sehr starke Effekte in der Wirtschaft, die vor allem die Investitionsplanung betreffen. Angesichts dessen überrascht es kaum, dass die befragten CFOs eher nicht mit einem schnellen Ende der Krise rechnen."

 

COVID-19 betrifft einen großen Teil der Wirtschaft in Deutschland. Wie die deutschen Unternehmen mit dieser Situation umgehen und was sie erwarten, zeigt sich im aktuellen Deloitte CFO Survey: Für dessen Frühjahrsausgabe 2020 wurden zwischen dem 10. März und dem 1. April die Finanzvorstände deutscher Großunternehmen über die aktuelle Haltung und weitere Entwicklung befragt - beginnend mit dem Zeitpunkt, an dem die Weltgesundheitsorganisation WHO den Ausbruch von COVID-19 zur Pandemie erklärte.

 

CFOs wollen weniger investieren

 

Die Corona-Krise hinterlässt bereits tiefe Spuren: So fielen die Geschäftsaussichten deutscher Unternehmen auf ein Rekordtief seit 2012, als der erste CFO Survey erhoben wurde. Drei Viertel der befragten Finanzvorstände zeigen sich deutlich pessimistischer als noch vor drei Monaten, während gerade mal ein Fünftel der CFOs die Geschäftsaussichten ihres Unternehmens unverändert einschätzen. Der Trend zu einer Verschlechterung der Geschäftsaussichten, der sich schon 2018 bemerkbar machte, hat sich also massiv beschleunigt.

 

Der Einbruch bei den Geschäftsaussichten betrifft die Investitionspläne und die Einstellungsbereitschaft der deutschen Unternehmen gleichermaßen: So planen 63 Prozent der CFOs einen leichten oder starken Rückgang ihrer eigenen Investitionen, etwa die Hälfte erwartet über die kommenden 12 Monate einen Rückgang der Beschäftigtenzahl. Diese Werte standen nur während der Eurokrise 2012 noch niedriger.

 

Unternehmen setzen vor allem auf Sicherheit

 

Auch das gefühlte Unsicherheitsniveau erreicht nahezu die Werte der Eurokrise: 78 Prozent der befragten CFOs stufen die Unsicherheit im ökonomischen Umfeld als "hoch" oder "sehr hoch" ein; dies kommt dem Spitzenwert von 80 Prozent in der Eurokrise 2012 sehr nahe. Entsprechend hat die Krise die unternehmerischen Prioritäten geändert: Standen im vergangenen Herbst die strategische Bedeutung der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie die Expansion in neue Märkte oben auf der Agenda, so haben nun wichtige Punkte wie Kostensenkungen und Verschuldungsabbau deutlich zugelegt. Insgesamt ist durchweg ein Zurückfahren von offensiven Geschäftsstrategien zugunsten von defensiven zu beobachten.

 

COVID-19 sortiert die Risikobewertung in Unternehmen neu

 

Die Risikofaktoren haben sich aus CFO-Sicht ebenfalls drastisch gegenüber der letzten Befragung geändert. Den stärksten Anstieg verzeichnet die Untersuchung bei einer möglichen Instabilität des Finanzsystems (von 21 auf 49 %). Insgesamt wurden die Themen Fachkräftemangel (59 %) und geopolitische Risiken (60%), die bislang die Risikowahrnehmung dominierten, von der Furcht vor einer sich abschwächenden Inlandsnachfrage (77 %) überholt.

 

Unter den geopolitischen Risiken, immer noch der zweitwichtigste Risikofaktor, fürchten CFOs in der aktuellen Lage die Unterbrechungen der Wertschöpfungskette durch Epidemien am meisten (76 %); der Handelskonflikt zwischen den USA und China (40 %) und zwischen den USA und der EU (32 %) sowie ein harter Brexit (27 %) sind dagegen zumindest vorübergehend deutlich in den Hintergrund getreten.

 

Großteil deutscher Unternehmen befürchtet Umsatz- und Ertragsrückgang

 

Während nur 17 Prozent der Unternehmen keine Auswirkungen befürchten, erwarten 42 Prozent auf Sicht von sechs Monaten einen Rückgang ihrer Erträge um mehr als ein Zehntel; 87 Prozent haben Geschäftsreisen und ihre generellen Ausgaben reduziert, 72 Prozent neue oder alternative Arbeitsregelungen getroffen. Bei knapp ein Fünftel der Befragten wurden langfristige Investitionen zurückgestellt, nur acht Prozent arbeiten schon an neuen Kreditfazilitäten.

 

Bei den Umsatzerwartungen wird die realwirtschaftliche Tragweite der gegenwärtigen Entwicklungen deutlich: Lag selbst während der Eurokrise der Index der Umsatzerwartungen im Plusbereich, so befürchten aktuell 63 Prozent der Unternehmen einen Rückgang in den kommenden 12 Monaten; jeweils 18 Prozent hingegen gehen von keiner Veränderung oder sogar von einem leichten Anstieg aus.

 

CFOs hoffen auf Besserung in 2021

 

Die Auswirkungen von COVID-19 schätzen die CFOs eher pessimistisch ein, ein V-förmiger Aufschwung, wie er in vielen Konjunkturprognosen erwartet wird, ist nicht die Mehrheitsmeinung. 60 Prozent planen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung bis ins zweite Halbjahr hinein und sehen ab 2021 eine Konjunkturerholung. Ein Fünftel glaubt an einen nur kurzfristigen konjunkturellen Einbruch, dem im zweiten Halbjahr eine Gegenbewegung folgt. 10 Prozent rechnen mit einem Worst-Case-Szenario und einem langfristigen Einbruch der Wirtschaftsleistung.

 

"Der aktuelle CFO Survey spricht eine deutliche Sprache", sagt Rolf Epstein, Partner bei Deloitte und verantwortlich für das CFO Program: "Demnach stellen sich deutsche Unternehmen wohl überwiegend auf eine Konjunkturentwicklung ein, die weniger einem V-Szenario entspricht - also einem Einbruch mit direkt anschließender rascher Erholung - als vielmehr einem U-Szenario, in dem es nach einer Phase der Stagnation mit Zeitverzögerung wieder aufwärtsgeht. Bis dahin steht Kostenmanagement ganz oben auf der CFO-Agenda."

Autor: www.deloitte.com/de

 

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