Drinbleiben statt aussteigen: So geht die Betriebsrente sicher durch die Corona-Krise

 

(GFD 04/2020) Was sollen Arbeitgeber in Sachen bAV bei Kurzarbeit und Liquiditätsengpässen tun - und was besser lassen? Diese Frage haben die Experten des Beratungs- und Dienstleitungsunternehmens Aon jetzt bei zwei Webinaren beleuchtet.

 

Wesentlich, insbesondere bei der versicherungsbasierten bAV, ist dabei der genaue Blick auf die unterschiedlichen Zusagearten, Durchführungswege und Plangestaltungen. Die Experten von Aon haben dazu mögliche Szenarien entworfen. Beispiel Kurzarbeit: Es spielt für die Weiterzahlung der bAV-Beiträge eine Rolle, in welcher Höhe Kurzarbeit geleistet wird. Sind es 100 %, werden in der Regel keine Beiträge mehr gezahlt, da die Arbeitnehmer kein Entgelt erhalten, sondern eine Lohnersatzleistung. Ist der Prozentsatz der Kurzarbeit niedriger, können die Beiträge in derselben oder ggf. auch in geringerer Höhe weitergezahlt werden.

 

In jedem Fall empfiehlt sich der Dialog mit den Arbeitnehmern, nicht nur, wenn sie durch Entgeltumwandlung selber Beiträge leisten: "Arbeitnehmer", so Gundula Dietrich, Geschäftsführerin bei Aon, "müssen beispielsweise wissen, dass mit reduzierten Beiträgen in die bAV auch minimierte Risikoleistungen wie bei Berufsunfähigkeit und Tod einhergehen können.

 

"Darüber hinaus kann es sich gravierend auswirken, ob eine Stundung oder aber eine Reduktion bzw. Freistellung der bAV-Versicherungsbeiträge umgesetzt wird. "Eine Stundung ist ein schneller und praktikabler Weg, um Liquidität zu schonen und den vollen Versicherungsschutz zu erhalten," sagt Jochen Pölderl, Principal bei Aon. "Allerdings muss man wissen, dass gestundete Beiträge in der Regel in einer Summe und in voller Höhe nachzuzahlen sind, wenn der volle Versicherungsschutz aufrechterhalten bleiben soll.

 

"Da die derzeitige Ausnahmesituation beispiellos ist, kann mit Sonderregelungen auch bei den Versicherern gerechnet werden. Vieles ist zudem schon in Versorgungsordnungen geregelt, die unbedingt zu prüfen sind. In jedem Fall sollten sich Unternehmen fundiert informieren, bevor sie weitreichende Maßnahmen in die Praxis umsetzen.

Autor: www.aon.com

 

R+V sichert Gutscheine ab

 

(GFD 04/2020) Dem regionalen Einzelhandel und der Gastronomie in der aktuellen Corona-Krise wirtschaftlich helfen, und zwar mit einem neuen bundesweiten Gutschein-Verkaufsportal: Das ist das Ziel der Genossenschaftlichen FinanzGruppe. Der Clou: Jeder verkaufte Gutschein ist durch die R+V insolvenzgesichert.

 

Über das neue Portal "VR-ExtraPlus Hilft" (www.vr-extraplushilft.de ) können sich ab sofort kleine und mittelständische Geschäfte in ganz Deutschland registrieren und dort für ihre Waren und Dienstleistungen Gutscheine anbieten - etwa Bars, Boutiquen, Cafés, Restaurants, Friseure oder Buchläden, die derzeit wegen Corona geschlossen sind. Möglich macht dies eine gemeinsame Initiative der Volksbanken und Raiffeisenbanken, der DZ BANK und der R+V Versicherung, die auch den Gutschein-Insolvenzschutz mit einer Bürgschaftssumme im hohen zweistelligen Millionenbereich übernimmt.

 

Einzigartig: Insolvenzschutz

 

Zwar gibt es in Deutschland viele Gutscheinportale. Aber keines bietet eine Insolvenzausfallversicherung, wie sie VR-ExtraPlus Hilft hat: Falls hier ein Gutschein-Anbieter vor Einlösen des Gutscheins Insolvenz anmelden muss, springt die R+V Versicherung ein und erstattet dem Gutschein-Besitzer die Summe. Das schafft Sicherheit für Kunden wie für Unternehmer - und einen zusätzlichen Kaufanreiz. Pro Firma sind Gutscheine bis zu einer Gesamtsumme von 10.000 Euro abgesichert, pro Gutschein maximal 200 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Das Portal können alle Firmen in Deutschland nutzen, unabhängig davon, ob sie Kunde der R+V oder einer Genossenschaftsbank sind. Und das aktuell zunächst sogar ohne Gebühr oder Provisionszahlung.

 

Sofortige Liquidität, neue Kunden

 

Der Vorteil für Unternehmen, die bei VR-ExtraPlus Hilft mitmachen: Das Geld kommt ihnen sofort zugute, die Gutscheine können später eingelöst werden, sobald die Geschäfte wieder geöffnet haben. Das verschafft den Firmen Liquidität und Umsatz in einer wirtschaftlichen Ausnahmesituation. Zudem erschließen sie sich neue Kundengruppen im Netz - selbst dann, wenn sie noch keinen eigenen Online-Shop haben. Kunden können ihren Gutschein mit paydirekt oder Kreditkarte bezahlen. Die technische Abwicklung übernimmt der Bezahldienstleister OptioPay. "Du bist nicht allein: Dafür stehen wir als R+V ein - erst recht in Krisenzeiten wie diesen", so Jens Hasselbächer, Vertriebsvorstand der R+V Versicherung.

Autor: www.ruv.de 

 

Betriebsschließungsversicherungen: Bayerische Lösung für Hotels und Gaststätten

 

(GFD 04/2020) Gute Nachrichten für Gaststätten und Hotels in Bayern, die zwar über eine Betriebsschließungsversicherung verfügen, deren Anwendbarkeit im Rahmen der Corona-Pandemie allerdings strittig ist. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat nun zusammen mit den Branchenverbänden und Versicherungsunternehmen eine Lösung ausgearbeitet. Die gemeinsame Empfehlung sieht vor, dass die Versicherer zwischen 10 und 15 Prozent der bei Betriebsschließungen jeweils vereinbarten Tagessätze übernehmen und an die Gaststätten und Hotels auszahlen.

 

Die Empfehlung wurde bisher von den folgenden Organisationen und Versicherungsunternehmen unterzeichnet:

 

   - Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft,

     Landesentwicklung und Energie

   - DEHOGA Bayern

   - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

   - Versicherungskammer Bayern

   - Allianz

   - Die Haftpflichtkasse VVaG

 

Weitere Unternehmen haben ihre Unterstützung bereits signalisiert. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: "Das heutige Ergebnis ist aus Sicht aller Beteiligten eine tragfähige und vernünftige Lösung für beide Branchen. Das Signal ist deutlich: Bayern lässt die Gastronomen und Hoteliers in der Krise nicht im Stich. Wir befinden uns in einer noch nie dagewesenen Situation. Deshalb bin ich sehr froh, dass Versicherungsunternehmen, die vbw und der Hotel- und Gaststättenverband sich auf dieses Vorgehen geeinigt haben. Angesichts der angespannten betriebswirtschaftlichen Lage vieler Betriebe wäre es äußerst wünschenswert, wenn sich nun weitere Versicherungsunternehmen dieser Empfehlung anschließen würden."

 

vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: "Wir danken dem bayerischen Wirtschaftsminister für seine Initiative zur schnellen Lösung dieses Problems. Es ist eine ausgewogene Lösung, die die vbw inhaltlich voll mitträgt."

 

Unter Berücksichtigung der statistischen Durchschnittswerte für die Zusammensetzung der Betriebsaufwände im Hotel- und Gaststättengewerbe reduziert sich durch zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen wie Kurzarbeitergeld und Soforthilfen aus Bund und Land sowie durch die ersparten Aufwendungen (zum Beispiel für Materialkosten) der wirtschaftliche Schaden eines Unternehmens im Durchschnitt um rund 70 Prozent. Im Hinblick auf die verbleibenden Einbußen (ca. 30 Prozent) sind die Versicherer bereit, einen freiwilligen Beitrag zu leisten und ihren Kunden hierdurch kurzfristig weitere Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Autor: www.ibw-bayern.de

 

Betriebliche Altersversorgung: DAX-Konzerne haben 2019 Niedrigzins gut aufgefangen

 

(GFD 04/2020) Den DAX-Konzernen ist es im Jahr 2019 gelungen, die Belastungen durch Niedrigzinsen bei der betrieblichen Altersversorgung in den Bilanzen einzugrenzen. So lautet das Halbzeitergebnis der jährlichen Aon-Studie. Das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen hat bisher die Bilanzen von 15 der 30 DAX-Unternehmen analysiert.

 

Wie zu erwarten, sind die Belastungen der Unternehmen durch Rückstellungen für die betriebliche Altersversorgung auch 2019 gewachsen. Ursache dafür ist der Rechnungszins, der im Durchschnitt von 2,0 Prozent (2018) auf 1,1 Prozent weiter gesunken ist.

 

Je niedriger der Rechnungszins ist, umso mehr Kapital müssen Unternehmen rechnerisch aufbringen, um künftige Rentenansprüche abzudecken.

 

So stiegen die Bilanzwerte der Pensionsverpflichtungen der untersuchten DAX-Unternehmen um durchschnittlich rund 13 Prozent. Dabei sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen groß: bei Infineon ist ein Anstieg um 23 Prozent zu konstatieren. Hier macht sich bemerkbar, dass der Rechnungszins zum Bilanzstichtag im September mit 0,6 Prozent besonders niedrig lag. Bei Unternehmen wie Henkel (Rechnungszins 1,3 Prozent) und BASF (Rechnungszins 1,1 Prozent) sind die Verpflichtungen nur um 7 Prozent gestiegen; beide haben einem Bilanzstichtag zum Jahresende.

 

Die Möglichkeit, inflationsabhängige Bewertungsparameter nach unten zu korrigieren, nutzten Unternehmen nicht. Sowohl bei den Durchschnittswerten für die Rentendynamik (2019: 1,64 Prozent; 2018: 1,64 Prozent) als auch für den Gehaltstrend (2019: 2,69 Prozent; 2018: 2,74 Prozent) sind keine wesentlichen Anpassungen an das niedrige Zinsniveau und eine damit verbundene niedrigere Inflationserwartung wahrnehmbar. Auch wurde nur vereinzelt mit der Spotrate-Methode zu moderneren Bewertungsverfahren gewechselt, um den ergebniswirksamen Aufwand zu verringern.

 

Entlastung kam hingegen von anderer Seite: Das zur Sicherung der Pensionsverpflichtungen speziell reservierte Deckungsvermögen (Planvermögen) ist durchschnittlich um 11 Prozent gestiegen. Unternehmen wie Infineon, Henkel und Merck konnten mit 13 Prozent eine überdurchschnittliche Rendite erzielen. Stark gewachsen ist das Planvermögen auch bei Adidas; allerdings wurde hier wie in den Vorjahren das Deckungsvermögen aufgestockt, diesmal um rd. 115 Mio. Euro. Lediglich Vonovia konnte beim Deckungsvermögen keinen Zuwachs verbuchen, weil dieses ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen besteht. Durch die guten Anlageergebnisse ist der Deckungsgrad (Verhältnis von Planvermögen zu Pensionsverpflichtungen) mit 66 Prozent (Vorjahr 67 Prozent) annähernd gleich geblieben.

 

"Im vergangenen Jahr konnten die Konzerne die höheren Belastungen noch gut verarbeiten", erläutert Fred Marchlewski, Geschäftsführer bei Aon, das Ergebnis der Studie. "Kennzahlen wie Bilanzsumme oder Eigenkapital sind ähnlich gestiegen wie die Pensionsverpflichtungen. In 2020 wird das allerdings deutlich schwieriger. Der Rechnungszins ist bislang gesunken und gleichzeitig sind die Anlagemärkte aktuell durch die Corona-Krise eingebrochen. Die Unternehmen (nicht nur im DAX-Segment) sollten daher abwägen, wie sie die Altersversorgung flexibel auf die veränderte Situation anpassen können. Auch dürfte es sinnvoll sein, den Einstieg in moderne Versorgungskonzepte weiter zu forcieren."

Autor: www.aon.com

 

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