Tipp für Selbstständige: Online-Zugriff auf Corona-Finanzhilfe und 1.700 staatliche Fördermittel!

 

(GFD 07/2020) In der aktuellen Corona-Krise ist die Nachfrage nach staatlichen Fördermitteln besonders gross: Mit über 1.700 Förder­pro­grammen und den neuen Corona-Rettungsprogrammen werden Selbständige, Gewerbe­treibende und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) von Staat und Förder­banken unter­stützt. Ob vergünstigte Kredite, Bürg­schaften, Zuschüsse oder Beteiligungs­kapital – Förder­mittel haben das Ziel, eine Geschäftstätigkeit sicherzustellen, auf- und auszubauen.

 

 

Fördermittel sind Zuwendungen vom Staat bzw. von öffentlichen Institutionen, um die Allgemeinheit zu unterstützen. Die finanzielle Förderung von Unternehmen und Wirtschaft in Deutschland ist in Artikel 104b des Grundgesetzes festgeschrieben. Neben den Fördermitteln der Bundesrepublik stehen zudem Förderprogramme der EU sowie der Bundesländer zur Verfügung.

 

In den Genuss von Fördermitteln kommen abhängig vom Verwendungszweck Existenzgründer, Selbständige, Gewerbetreibende, KMU bis hin zu großen mittelständischen Unternehmen.

 

Bei der Vergabe von Förder­mitteln kommt in der Regel das sogenannte Durch­leitungs­prinzip zur An­wen­dung. Dabei agieren Geschäfts­banken in der Rolle als Mediatoren im Prozess zur Anfrage sowie bei der Ausgabe der Fördermittel.

 

Wie funktioniert das Durch­leitungs­prinzip?

 

Da Förderbanken keine eigenen Filialen betreiben, stellen Unternehmen ihren Förderantrag nicht an die Förderbank, sondern über eine Geschäftsbank als Mediator an die Förderbanken. Die Geschäftsbank prüft als erste Instanz den Antrag und leitet ihn bei positivem Entscheid weiter. Werden die Fördermittel gewährt, agiert die Geschäftsbank auch weiterhin als Mediator. So refinanziert die Förderbank das entsprechende Kreditvorhaben der Geschäftsbank zu günstigen Konditionen. Dieser gewonnene Kostenvorteil wird anschließend auch dem Antragsteller gewährt.

 

Auf COMPEON erhalten Selbständige, Gewerbetreibende und KMU schnell und unverbindlich maßgeschneiderte Finanzierungsangebote von namhaften Banken und Sparkassen. Dazu beschreiben Antragsteller im ersten Schritt das Finanzierungsvorhaben. Passen die eingegebenen Informationen zu einem auf COMPEON hinterlegten Förderprogramm, wird das Unternehmen auf dieses aufmerksam gemacht und kann direkt die Berücksichtigung des Programms bei der Angebotsstellung durch die Banken und Sparkassen in Anspruch nehmen.

 

Neben den 1.700 Förderprogrammen profitiert der Antragsteller mit COMPEON von über 220 etablierten Banken, Sparkassen und alternativen Finanzpartnern, welche auf der COMPEON-Plattform zur Auswahl stehen. Gewerbetreibenden, Firmen, Selbständigen und Freiberuflern wird ein unabhängiges und produkt-übergreifendes Portal zur Verfügung gestellt. Produktübergreifend, weil neben Firmenkrediten auch andere Finanzprodukte wie Leasing, Factoring, Mezzanine-Kapital, Einkaufs- und Projektfinanzierungen oder Private Debt. oder etwa für die Immobilienfinanzierung angeboten werden. Autor: www.kmukredite.de

 

Förderung von Unternehmensberatungen durch das BAFA

 

(GFD 04/2020) Mit der Förderrichtlinie des BMWi zur Förderung des unternehmerischen Know-hows werden sowohl allgemeine Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung sowie auch spezielle Beratungen von Unternehmen gefördert.

 

Im Rahmen dieses Förderprogramms können zu allen von ihm abgedeckten Themen grundsätzlich auch Beratungen durch Steuerberater gefördert werden. Eine Beratung zu steuerlichen Fragen wird dagegen nicht gefördert, auch nicht Corona-induzierte Steuerfragen.

 

Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Zwischen dem BMWi, dem BAFA und der BStBK besteht seit Jahren Übereinstimmung darüber, dass Steuerberater Berater im Sinne der Richtlinien sein können. Die Voraussetzung, dass mehr als 50 % des Gesamtumsatzes auf die entgeltliche Unternehmensberatung gerichtet sein muss, gilt bei Steuerberatern grundsätzlich als erfüllt. Unabhängig von dieser grundsätzlichen Übereinstimmung prüft das BAFA in jedem Einzelfall, ob die Voraussetzungen für die Beratungsförderung erfüllt sind. Steuerberater müssen damit auch die Qualitätsanforderungen des BAFA erfüllen.

https://www.bafa.de/DE/Wirtschafts_Mittelstandsfoerderung/Beratung_Finanzierung/Unternehmensberatung/unternehmensberatung_node.html

Autor: www.bstbk.de

 

ZIM-Projekte: Wachstumstreiber nach Corona-Krise

 

(GFD 04/2020) Dr. Jörg Rupp vom Verband „Die KMU-Berater“ sieht für Mittelständler viele Chancen im Innovationsprogramm des Bundes – auch aufgrund der neuen Richtlinien.

 

Neue Richtlinie bietet neue Chancen

 

Herr Dr. Rupp, warum sollten sich Unternehmen – mitten in der Corona-Krise – für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundes, kurz ZIM, interessieren?

 

Dr. Rupp: Mir ist natürlich bewusst, dass Corona alles überschattet und sehr viele Unternehmen um die nackte Existenz kämpfen müssen. Grundsätzlich aber bietet das ZIM, dessen neue Richtlinie kürzlich in Kraft getreten ist, viele Chancen und vielleicht sogar in besonderer Weise in Zeiten wie diesen.

 

Warum das?

 

Dr. Rupp: Wir haben es 2009 erlebt: Eine Krise setzt zwangsläufig Kapazitäten frei. Diese könnten zumindest zum Teil für Innovationen genutzt werden. Wenn man vom Tagesgeschäft nahezu überrollt wird, fehlt dafür in der Regel die Zeit. Nun gilt es, Projekte anzustoßen und durchzuführen, die in der entscheidenden Zeit nach der Krise als Wachstumstreiber dienen können.

 

In drei Sätzen: Was ist das ZIM überhaupt?

 

Dr. Rupp: Eine finanzielle Förderung des Bundes. Zum einen sollen Unternehmen ermuntert werden, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Zum anderen geht es um eine verstärkte Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

 

Mit welcher Unterstützung können Unternehmen rechnen, wenn sie sich bewerben?

 

Dr. Rupp: Als Faustformel kann man sagen, dass zwischen 50 und 120 Prozent der Arbeitnehmergehaltskosten übernommen werden. Das ist zwar stark vereinfacht, trifft aber den Kern. Die zuwendungsfähigen Kosten, die relevant sind für den Fördersatz, wurden mit der neuen Richtlinie signifikant erhöht. Einzelprojekte können nun einen Umfang von bis zu 550.000 Euro haben, Kooperationsprojekte von bis zu 2,3 Millionen insgesamt. Erhöhte Fördersätze gelten zudem in strukturschwachen Regionen, ob in den „neuen“, oder den „alten“ Bundesländern, ist jetzt egal.

 

Was hat sich noch verbessert?

 

Dr. Rupp: Ab sofort sind auch Durchführbarkeitsstudien förderbar, was kleinen und jungen Unternehmen – Stichwort Startups – sehr entgegenkommt. Zugleich wurde das Programm für größere Unternehmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern geöffnet. Voraussetzung: Sie holen einen kleineren Partner ins Boot. Ich könnte noch einige weitere positive Punkte nennen. Ohne zu viele Vorschusslorbeeren vor dem Praxistest verteilen zu wollen, sehe ich die Bundesregierung bei dieser Form der Mittelstandsförderung auf einem guten Weg.

 

Wie läuft die Bewerbung?

 

Dr. Rupp: Über vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte Projektträger. Wichtig zu wissen: Eine solche Bewerbung ist weder banal, noch ein Selbstläufer. Unternehmen sollten sich professionell beraten lassen.

 

Ohne Beratung keine Chance auf eine Zusage?

 

Dr. Rupp: Ganz so krass ist es nicht. Aber man erhöht die Chancen schon ganz erheblich. Die Erfahrung spielt eine zentrale Rolle: Wenn Unternehmen sich mit dem Procedere auskennen, schaffen sie es auch allein. Dann stellt sich nur die alte Frage: „Make or buy?“

Autor: www.kmu-berater.de

 

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